Produktisierung: Personalkosten senken
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Führungskultur

(c) convio

Produktisierung als geschickte Variante für Prozessoptimierung und intelligente Einsparungen

Mähen Sie bald oder produktisieren Sie schon? Wenn es schlechte Unternehmenszahlen fordern, geht es auch im Personalbereich an den Rotstift. In dieser Situation hat das Topmanagement zwei Handlungsalternativen.

Die erste ist, den oft bemühten Rasenmäher anzuordnen, der tiefere Managementebenen dazu anhält, im eigenen Bereich um X% zu reduzieren. Der kurzfristige Erfolg bringt jedoch häufig teure Folgeschäden mit sich. Denn wenn man annimmt, dass das mittlere Management für die bisherige Leistung nicht jede Menge überflüssige Mitarbeiter beschäftigt, kann eine pauschale Reduzierung nicht zur gleichen Leistung führen. Aber was ist die intelligentere Alternative?

Dazu muss man offensichtlich etwas anderes machen bzw. etwas anders machen als bisher.

Das Mittel der Wahl, wenn das Topmanagement vorausschauend eine bessere Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens herstellen möchte, ist Produktisierung. Mit Produktisierung können Sie innovative Angebote nicht nur schneller, sondern eben auch kostengünstiger am Markt platzieren: Sie schaffen die Rahmenbedingungen für effizientere Prozesse und einen flexibleren Einsatz der Mitarbeiter. So reduzieren Sie Ihre Personalkosten ohne schädliche Nebeneffekte, eventuell erschließen Sie sogar neue Ertragspotentiale.

Im Folgenden beantworten wir die Frage, was Sie dazu tun können und welche Wirkung Sie dadurch auf die Personalkosten erreichen.

Was kann das Unternehmen anderes machen?

Diese Fragestellung zielt auf die Optimierung des Service- oder Produktportfolios ab. In vielen Unternehmen besteht das Portfolio aus einer gewachsenen Palette unterschiedlicher Produkte und Services, häufig mit wenigen Gemeinsamkeiten. Teilweise existieren für die Produkte eigene Produktionsstraßen mit sehr unterschiedlichen Grundmerkmalen. Die Folgekosten sind hoch: Sie brauchen in allen Funktionen Spezialisten, die sich in bestimmten Teilen des Portfolios auskennen und nicht flexibel für die verschiedenen Prozesse und Systeme eingesetzt werden können. Neue Funktionalitäten müssen mehrfach in Systemen und der Organisation implementiert werden.

Werfen Sie in dieser Umgebung dennoch den Rasenmäher an, wird Ihnen das pauschal reduzierte Personal fehlen. Eine Mehrbelastung der Mitarbeiter ist nur begrenzt möglich, Urlaube oder Krankheitsfälle führen jetzt noch leichter zu Lücken als vorher.

Zudem kennt der Rasenmäher nur die Schnitthöhe der Sozialauswahl: Sie müssen eventuell genau die Mitarbeiter gehen lassen, die Sie gerade eben für aktuelle und zukünftige Aufgaben ins Unternehmen geholt haben, weil sie über wichtige Kenntnisse für den Erhalt Ihres Geschäftserfolges verfügen, während Mitarbeiter ohne diese wichtigen Skills weiterbeschäftigt werden.

Dies kann leicht zu einem empfindlichen Verlust von Know-how führen. Die Rasenmäherlösung stellt Sie also immer vor die Frage: Auf welche Spezialisten können Sie leicht verzichten?

Mit einer vorausschauenden Produktisierung Ihres Angebots steuern Sie intelligenter. Über die Standardisierung und Modularisierung des Angebots schaffen Sie Produktfamilien mit mehrfach nutzbaren Modulen und Optionen. Durch die Optimierung des Leistungsangebots ermöglichen Sie eine Verschlankung des Personals ohne Leistungseinbußen. Unter anderem

  • können Neuentwicklungen produktübergreifend gemanagt werden, was eine problemlose Verschlankung dieser Abteilungen ermöglicht.
  • können Serviceabteilungen und Vertriebsmannschaften zusammengefasst und Synergien gehoben werden.
  • können Produktionsstraßen vereinfacht und somit mit weniger Personalaufwand betrieben werden.

 

Was kann das Unternehmen anders machen?

Der zweite Ansatz ermöglicht Ihnen die Verschlankung und Optimierung von Prozessen im Unternehmen. Wenn Sie den Weg Ihrer Produkte durch das Unternehmen Schritt für Schritt untersuchen, werden Sie schnell auf unterschiedliche Abläufe für eigentlich gleiche Arbeitsschritte stoßen – auch da, wo Sie bislang einen standardisierten Prozess vermutet haben. Nach unserer Erfahrung werden auch Produktvarianten häufig unterschiedlich gehandhabt, wiederum mit spezifischem Know-How.

Gerade in gewachsenen Portfolien (z.B. aufgrund von Unternehmenszukäufen) können Sie hier profitieren. Sie erhalten wertvolle Hinweise über aufwändige Produktvarianten (für die sich wiederum die oben angeführte Optimierung des Leistungsangebots) und können über die Vereinheitlichung der Abläufe auch die unterstützenden Systeme und Werkzeuge integrieren. Eine Konsolidierung der Fertigung erlaubt Ihnen einen flexibleren Einsatz des Personals, Sie können ohne Leistungs- oder Qualitätsverlust die Personalkosten reduzieren.

Wie schon bei der Optimierung des Produktportfolios gehen auch hier die Vorteile über die intelligente Personaleinsparung hinaus. Eine Verschlankung und Vereinheitlichung der Prozesse ermöglicht schnellere Durchlaufzeiten, geringeres Fehlerrisiko und eine erleichterte Wartung und Instandhaltung.

Alles in allem ist die Produktisierung also die geschicktere Variante, wenn es um intelligente Personaleinsparungen im Unternehmen geht. Als Führungskraft setzen Sie ein positives Zeichen, wenn Sie statt des Top-Down-Ansatzes “Pauschalreduzierung” für Ihr mittleres Management die Rahmenbedingungen schaffen, die eigene Expertise, Erfahrungen und Vorschläge einzubringen zu können, um das Unternehmen vom Grund her optimaler aufzustellen. Sie demonstrieren damit Ihr Vertrauen in das Können der von Ihnen geführten Spezialisten und werten deren Arbeit auf.

Ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitern neben klaren Strukturen und Aufgabengebieten eine Perspektive durch eine zukunftsorientierte Ausrichtung seines Produktportfolios bietet, sichert nicht zuletzt seine Attraktivität beim Nachwuchs, der kontinuierlich frische Impulse und Know-How ins Unternehmen trägt. Und auch aus Sicht der Anteilseigner ist der Produktisierungsansatz zu begrüßen: er zeigt, dass Sie vorausschauend das Unternehmen zukunftssicher und krisenfest aufstellen.